Einladung der AG60plus-Mitglieder

Liebe SPD-Mitglieder im Alter von 60plus,

meist wird man erst auf die Situation in der Pflege aufmerksam, wenn man selbst durch einen Pflegefall in der Familie betroffen ist. Jeder wird erkennen, dass es nicht so einfach ist einen Platz in einer Seniorenresidenz zu erhalten und dass es weitere Schwierigkeiten auf dem Weg gibt. Im Nachhinein kann man feststellen, dass unterschiedliche Faktoren zu einem Pflegenotstand geführt haben und der momentane Krieg in der Ukraine die Lage noch verschlimmert hat.

Was wir brauchen sind baldige Lösungen. Aus diesem Grund hatte die Bundes-AG60plus auch alle älteren SPD-Mitglieder zu einer Onlinekonferenz am 4. Oktober 2022, 18:00 bis 19:30 Uhr eingeladen.

Ich möchte Euch eine kleine Zusammenfassung (von mir auch etwas gefiltert) von der Veranstaltung geben. Es diskutierten Claudia Moll, MdB SPD und Pflegebeauftragte der Bundesregierung, Markus Broeckmann, Arbeiterwohlfahrt Geschäftsführer Bezirksverband Pfalz und Barbara Susec, Gewerkschaft ver.di. Die beiden letztgenannten Referenten waren bestens informiert zum Thema und konnten viele Probleme aufzählen, die unbedingt verbessert werden müssen:

  • bessere Arbeitsbedingungen und bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf für das Pflegepersonal. (In Dessau hat z.B. das Krankenhaus einen extra Kindergarten mit flexiblen Öffnungszeiten.)
  • Es fehlt an Arbeitskräften, insbesondere auch Männern, für diesen Beruf.
  • Wie könnte eine Rückholaktion erfolgreich sein?
  • Die Wertschätzung für einen psychisch sehr belastenden Job fehlt.
  • Die Preise für die Pflegeplätze (Eigenanteil) sind für die Pflegenden enorm in die Höhe gegangen.
  • Es gibt auch Intransparenz bei der Finanzierung der Pflegeheime (z.B. Private-Equity-Investoren).
    Mir fehlt es z.B. auch an Fachwissen, um die ganzen Finanzvorgänge (wer profitiert von der Pflege) zu verstehen.
  • Der Bundestag muss sich mit dem Thema Pflegeversicherung bald auseinandersetzen.

Vorschläge zur Verbesserung der Situation:

  • Die Konstellation in der Bundesregierung ist durch die Ampelkoalition schwierig. Der Druck auf die Politik muss erhöht werden, wenn sich etwas ändern soll. Die SPD in den Ländern könnte sich z.B. mit den Gewerkschaften und sozialen Trägern in Sachen Pflegereform zusammentun.
  • Die Pflege in den eigenen vier Wänden bleibt die beste Lösung. Die Wohnungen sollten vorbereitet sein auf altersgerechte Ausstattung.
  • In Schweden gibt es Beratungskräfte, die die Senioren (z.B. aller halbes Jahr) in ihren Wohnungen zur Organisation des Alltags beraten.
  • In Belgien gibt es Gutscheine für Dienstleistungen (Hauswirtschaft, Einkaufen, Fahrt zum Arzt, …)
  • Digitale Hilfsmittel könnten den Pflegebedürftigen helfen länger in den vier Wänden zu verweilen.

Zum Schluss habe ich in den Chat noch eine Anmerkung gemacht: Die Vorschläge sollte man zu einem Antrag für den nächsten SPD-Bundesparteitag zusammenfassen.

Das Anliegen würde ich gern weiterverfolgen. Wer hat Interesse an einem Gedankenaustausch zum Thema?

Sozialdemokratische Grüße von Christine Walther