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AMTSBLATTARTIKEL VON Hans Tschammer

Liebe Leserinnen, liebe Leser,
es fällt einigen Mitbürgern schwer, vor allen auch denjenigen deren
Leidenschaft offenbar das Meckern ist, anzuerkennen, dass sich unsere
Stadt zum Positiven entwickelt.
An vielen Stellen wird nicht mehr lediglich Leerstand entfernt, es entsteht
auch Neues.
Ob es um die neu gestaltete Kavalierstraße, das Bauhaus Museum oder
auch Initiativen zum Erhalt von Altbauten, wie am Wasserturm und am
Mausoleum, die Gestaltung von Wohnbauten, Neubau und nicht zuletzt die
Erschließung von Flächen zum Eigenheimbau geht, es ist vieles in
Bewegung. Auch die Bauwerke im Auftrag der Stadt sind unverkennbar,
wie z.B. am Bahnhofsvorplatz oder im Umfeld der schon erwähnten
Kavalierstraße.
Dabei ist es erfreulich, dass zunehmende Interesse von Bürgern unserer
Stadt am Mitgestalten zu erleben.
Das jüngste Beispiel dafür ist die Neugestaltung eines Kreisverkehres an
der Katholischen Kirche, verbunden mit der grundhaften Sanierung der
Ferdinand-von-Schill-Straße, sowie des bisher unsanierten Teils der
Zerbster Straße. Beide von der Stadtverwaltung mitorganisierten
Veranstaltungen für die geplanten Bauwerke, wurden gut von
interessierten Bürgern besucht. Die auch mit Gestaltungsanregungen nicht
sparten.
An dieser Stelle sei weiterhin die von der Stadtverwaltung geplante
Erneuerung des Albrechtsplatzes, inklusive eines weiteren Kreisverkehres
an der Kreuzung Albrechtstraße/Wolfgangstraße, zu erwähnen.
Auch im Bereich der Kindertagesstätten und Schulen hat sich einiges in
Dessau und Roßlau getan und es wird hier weiter modernisiert und sogar
neu gebaut werden. Dabei wird gleichfalls nach dem Prinzip der aktiven
Bürgerbeteiligung verfahren und Anregungen, die sich daraus ergeben, im
Machbarkeitsfall umgesetzt.
Es gibt jedoch Dinge, die für uns Bürger schwer verständlich sind, auch
wenn sie weder von der Stadtverwaltung noch von der Kommunalpolitik
verursacht oder beeinflussbar sind. Hierunter zählen die im Bauhausjahr
2019 immer noch verhüllten Meisterhäuser und das Prellerhaus, direkt am
Bauhausgebäude.
Das Bauhaus Museum in der, nachdem die politischen
Entscheidungsträger zugestimmt haben, kurzen Bauzeit fertigzustellen
und herzurichten ist für mich eine großartige Leistung der Beteiligten, aber
leider kann es auch erst zum Ende des Jubiläums – 100 Jahre Bauhaus –
eröffnet werden.
Lassen wir uns dadurch nicht entmutigen. Wichtiger ist sicherlich die
hoffentlich intensive Nutzung aller Stätten, die mit dem Welterbe Bauhaus
in Verbindung zu bringen sind, auch zum weiteren Gedeihen unserer Stadt.
An Welterbe sind wir reich und damit komme ich zum Dessau-Wörlitzer
Gartenreich, dass eigennützige Landespolitiker durch eine Kreisgrenze
getrennt haben, die der Historie und dem Gedenken an den anhaltischen
Fürsten und späteren Herzog Leopold III., im Volksmund „Vater Franz“
genannt, in keiner Weise gerecht wird. Das Gartenreich entstand durch die
Vorstellungen und Bemühungen des Fürsten zu Anhalt-Dessau und fand
seinen räumlichen Anfang direkt am Dessauer Stadtschloss mit dem
sogenannten Lustgarten.
Genau an dieser Stelle der Stadt hat der Bombenregen am 07.03.1945
alles in Schutt und Asche gelegt. Was eventuell wieder herzurichten
möglich gewesen wäre, wurde danach bis auf die Ruine des Johannbaus
und der Marienkirche entfernt. Die Neubebauung von Gebäuden in
Plattenbauweise lässt einen historischen Bezug nicht mehr zu.
Allerdings ist der Schloßplatz im teilsanierten Zustand vorhanden, bietet
aber keine Aufenthaltsqualität mehr an.
Im Interesse unserer weiteren Stadtentwicklung soll nach dem Willen
großer Teile der Bürgerschaft, des Oberbürgermeisters mit der
Stadtverwaltung und des Stadtrates, hier eine bauliche Veränderung
erfolgen.
Das am Schloßplatz befindliche Grundstück einer ehemaligen
Berufsschule, soll nach dem Willen der Stadt, mit einem Hotelneubau in
ansprechender Architektur mit öffentlichem Restaurantbetrieb, gestaltet
werden. Dabei soll auch die Ansicht zum ehemaligen Lustgarten keinen
Hinterhof-Charakter tragen.
Der Stadt, insbesondere auch auf Bemühungen des Oberbürgermeisters,
ist es gelungen zwei potenzielle und seriöse Investoren über eine
entsprechende Ausschreibung zu gewinnen, die mit dem Zeitrahmen
2020/2021 ein Hotel errichten würden.
Zum gleichen Zeitraum begann eine Bürgerinitiative für eine historische
nachempfundene Bebauung des Schloßplatzes zu werben. Der damit
verbundene Aufwand und die Kosten wären durch potenzielle Investoren
zu übernehmen. Diese Idee findet bei öffentlichen Veranstaltungen und in
den sozialen Medien großes Interesse. Dabei könnte der geplante Hotelbau
als Gartenreichhotel konzipiert und mit den historischen Ansichten
weitergehend gestaltet werden.
Diese von Bürgern vorgebrachten Ideen konnten in dieser Exakt- und
Bestimmtheit noch nicht Gegenstand der Aufgabenstellung zur
Ausschreibung sein, auf die die beiden Interessenten geboten haben. Auch
die technische und funktionelle Machbarkeit sind noch nicht geprüft
worden.
Es ist gegenwärtig positiv zu sehen, dass nach jahrzehntelangen Stillstand
und damit anhaltenden Fristen des Schlossplatzes auf Initiative der Stadt
Investoren bereit sind, zwischen 15 – 20 Mio. Euro in einen Hotelneubau zu
investieren, der einen Teil des Schloßplatzes ein attraktives Gesicht geben
würde und zugleich eine Belebung mit sich bringt. Wenn wir insgesamt
nicht wieder eine Chance unsere Stadt lebenswerter zu machen zerreden
wollen, dann müssen wir, auch gemeinsam, einen Weg finden das zu
verhindern. Das kann sicher nur ein für alle Beteiligten tragbarer
Kompromiss sein, den wir als Fraktion der SPD im Stadtrat konstruktiv
mitgestalten wollen.
Ich möchte es aber nicht versäumen auf die im Mai dieses Jahres
stattfindenden Wahlen hinzuweisen. Es geht dabei um die Europawahl und
die Kommunalwahlen in Sachsen-Anhalt. Wir wählen einen neuen Stadtrat
und neue Ortschaftsräte. Im Nachgang werden auch die
Stadtbezirksbeiräte neu bestimmt.
Bitte beteiligen Sie sich an den Wahlen, denn nur auf diesen Weg sind
demokratische Mitbestimmungen möglich und wirksam umzusetzen.
Abschließend möchte ich für unsere Fraktion, den Bürgerinnen und
Bürgern unserer Stadt danken, die uns mit ihrem Vertrauen, in der nicht
immer leichten aber sehr zeitaufwändigen ehrenamtlichen Tätigkeit,
unterstützt haben.
Bitte haben Sie auch zukünftig zu uns Vertrauen.
Hans Tschammer
Stadtrat der SPD